Das Friaul
liegt zwischen Venetien, den Karnischen Alpen (Grenze zu
Kärnten), Slowenien und der Adria. Das halb gebirgige
Land geht im Westen in die norditalienische Tiefebene
über. Hauptflüsse sind der Isonzo (slowenisch Soča)
und der Tagliamento, die nahe der Adria sehr breite
Schotterbetten haben – Sedimente aus den Kalkalpen im
Norden. Dorthin führt eine Dolomitenstraße und die
Hauptroute nach Österreich, das imposante Kanaltal mit
seinen Steilwänden und malerischen Ortschaften, deren
Namen wie Tolmezzo, Chiusaforte, Pontebba und
Malborghetto zugleich geographische Eigenheiten der
Landschaft beschreiben.
Am
Ursprung des Kanaltals, beim Dreiländereck zu Österreich
und Slowenien, liegt die alte Handelsstadt Tarvisio
(deutsch Tarvis) und die Wasserscheide zu den
Donauländern: zum breiten Drautal (Tauernautobahn,
Villach, Wörthersee) und zur Savequelle am 2.863 m hohen
Triglav in den Julischen Alpen. Gleich jenseits der
Grenze liegen der Wintersportort Kranjska Gora und die
Quelle des Isonzo (in Slowenien Soča genannt),
der von dort große Mengen Geröll mit sich führt.
Das Friaul
liegt in einem tektonisch unruhigen Gebiet. Am 6. Mai
und 15. September 1976 ereigneten sich im friulanischen
Zentralraum um Gemona und Venzone zwei starke Erdbeben;
das im Mai forderte rund 1.000 Todesopfer. Der Dom von
Gemona wurde erheblich beschädigt, der von Venzone
vollständig zerstört. Die nahe Provinzhauptstadt Udine
blieb dagegen fast unversehrt, wobei das zweite Beben
hier größeren materiellen Schaden anrichtete als das
erste im Frühjahr.