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EntwicklungIn der Antike wurden vor allem ätherische Öle destilliert. Als um die Jahrtausendwende (1000 n. Chr.) die Schwefel- und Salpetersäure und vor allem der Trinkalkohol (Ethanol) entdeckt wurden, gewann die Destillation erheblich an Bedeutung. Im 17. Jahrhundert kamen an wichtigen Anwendungen die Süßwasserdestillation aus Meerwasser und die Destillation von Pech und Teer zur Abdichtung der Schiffe hinzu. |
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Prinzipien
Einfache Destillation im Labormaßstab |
Die Destillation ist ein thermisches
Trennverfahren, das gegenüber anderen den
Vorteil hat, dass in der Regel keine weiteren
Stoffe wie Adsorbentien oder Lösungsmittel
hinzugefügt werden. Als Trennhilfsmittel bei der
Destillation wird Energie verwendet, die als
Wärme dem System in der Vorlage leicht zugeführt
und am Kondensator wieder entzogen werden kann.
Destillation beruht auf den unterschiedlich
hohen Siedepunkten der beteiligten
Flüssigkeiten. Man sagt dazu auch, dass die
Flüssigkeiten einen unterschiedlich hohen
Dampfdruck bei gleicher Temperatur besitzen.
Wird, wie in nebenstehender Abbildung zu sehen,
eine Mischung aus den Stoffen 1 und 2 erhitzt,
so steigt die Temperatur bis zum Erreichen der
Siedelinie an. Die leichtersiedende Komponente,
also die, die bei der Siedetemperatur den
höheren Dampfdruck aufweist, kann stärker
verdampfen und reichert sich in der Gasphase an.
Im Diagramm ist zu sehen, dass der entstehende
Dampf (auf der Taulinie) mit der siedenden
Flüssigphase (Siedelinie) im Gleichgewicht
steht. Wird dieser Dampf im Kondensator nun
wieder verflüssigt, so hat das Kondensat im
Gegensatz zur Ausgangslösung einen viel höheren
Anteil an Stoff 1. Die Stärke der An- oder
Abreicherung und damit die Form der Siede- und
Taulinie ist von Stoffsystem zu Stoffsystem
verschieden. Da man in der Praxis nicht wartet, bis sich ein Gleichgewicht einstellt, sondern den Dampf abzieht und an einem Kondensator niederschlagen lässt, um das Destillat zu gewinnen, wird diese Zusammensetzung in der Regel nicht erreicht. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Ausgangssubstanz beim Sieden spritzt oder schäumt und diese Tropfen mitgerissen werden.
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Beispiel für ein T-x-Diragramm mit Siedelinse |
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Erhöhung der ReinheitDurch wiederholtes Destillieren des zuvor gewonnenen Destillats kann die Reinheit weiter erhöht werden. Je größer der Unterschied zwischen den Siedepunkten, desto weniger Destillationsschritte benötigt man, um eine bestimmte Reinheit zu erreichen (McCabe-Thiele-Verfahren). Im Zusammenhang mit der häufig im Labor angewendeten absatzweisen, einstufigen Destillation, um beispielsweise eine reine Chemikalie aus einem Gemisch zu isolieren, spricht man auch von einer Batch-Destillation. |
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Spezielle VerfahrenBei der Destillation eines aus vielen Komponenten bestehendes Gemisch wird die Fraktionierte Destillation genutzt. Liegen die Siedepunkte nahe beieinander, kann bei der Rektifikation durch Zwischenschalten einer Kolonne (z. B. Füllkörperkolonne) trotzdem hohe Reinheit erreicht werden. |
VakuumdestillationDie Vakuumdestillation ist eine Destillation bei einem niedrigeren Gesamtdruck in der Destillationsanlage. Dadurch wird die Siedetemperatur des zu trennenden Gemisches erniedrigt und die leichterflüchtigen Komponenten können verdampfen. Dies ermöglicht auch destillative Trennung von Gemischen, die bei einer atmosphären Destillation zerfallen (Cracken) würden. Als Beispiel hierzu ist Trennung des
Sumpfproduktes einer atmosphärischen
Destillation bei der Erdölraffination zu nennen.
Um thermisches Cracken zu vermeiden, werden die
noch im Produkt verbliebenen leichtflüchtigen
Komponenten unter Vakuum abdestilliert und den
Produktströmen der atmosphärischen Destillation
zugefügt. Der verbliebene Rest (Sumpfprodukt)
kann Einsatzstrom für einen katalytischen
Cracker (Hydrocracker, HC;
Fluid-Catalytic-Cracker, FCC) oder einen
thermischen Cracker sein bzw. als Bitumen im
Straßenbau verwendet werden. |
SchleppdestillationBei dieser Variante der Destillation wird dem zu trennenden Stoffgemisch eine weitere Substanz zugesetzt, z. B. Wasser bei der Wasserdampfdestillation. Bei der Gewinnung von ätherischen Ölen, die in der Pflanze in geringer Konzentration vorkommen (Lavendel, Kamille u. a.) füllt man in die Vorlage die (ggf. zerkleinerten) Pflanzen und geringe Mengen Wasser, und erhitzt dann die Vorlage. Der Wasseranteil hält dann für geraume Zeit die Siedetemperatur, die ggf. durch Arbeiten bei Überdruck (s. Schnellkochtopf) auch über 100 °C angehoben werden kann. Der Öldampf geht über Kopf mit dem Wasserdampf in den Kühler und kondensiert. Das Wasser-Öl-Gemisch kann dann über Dekantieren getrennt werden. Der Wasserdampf schleppt also eine andere, eigentlich unlösliche, Komponente mit. Ohne Einsatz von Wasser würde die Temperatur in der Vorlage u. U. in höhere Bereiche kommen, in denen das Öl beschädigt werden könnte (cracken). Die Destillation ist eigentlich nur dann erforderlich, wenn die zu trennenden Flüssigkeiten sich ineinander lösen, wie z. B. die berühmte Alkohol-Wasser-Lösung. Liegen eigentlich unlösliche Gemische vor, wie z. B. Wasser-Öl, kann man in der Regel durch Absetzen und Dekantieren die Flüssigkeiten trennen. |
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Problem des AzeotropsDie wohl älteste und gleichzeitig eine der bekanntesten Anwendungen der Destillation ist die Herstellung hochprozentiger alkoholischer Getränke (Mit Alkohol ist in diesem Absatz Ethanol gemeint;). Die Konzentration des Alkohols lässt sich über den destillativen Weg durch Mehrfachdestillation, aus einer wässrigen Lösung bei Normaldruck, bis auf maximal 95,58 % Alkohol erhöhen. Ab diesem Punkt sind die Siedetemperaturen des Alkohol-Wasser-Gemisches und des Wassers identisch, d. h., sie sind azeotrop. Dies beruht auf dem Vorhandensein von Wasserstoffbrückenbindungen, also Dipol-Momenten. Eine weitere Erhöhung der Alkoholkonzentration kann nur durch die Verschiebung des azeotropen Punktes erfolgen. Diese Verschiebung kann mittels Druckänderung oder durch die Zugabe eines Dritt-Stoffes erfolgen. Andere Möglichkeiten, durch den azeotropischen Punkt zu kommen, bestehen in der Vaporpermeation und Pervaporation. Hier ist eine spezielle Membran nur für eine der beiden Komponenten durchlässig. |